Wettkampfbericht von Ricardo Rudy

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Sie war mein bish­eriges Kar­ri­ere­high­light, die Europameis­ter­schaft 2020 in
Mersin/Türkei.

Dabei stand, auch nach dem Qual­i­fika­tion­sprozess, lange gar nicht fest, ob wir
teil­nehmen kön­nen. Coro­n­aver­schär­fun­gen hier, Coro­nalockerun­gen da,
Reise­war­nung einge­führt, Reise­war­nung aufge­hoben, … Es war ein langes auf und ab, was das Train­ing defin­i­tiv nicht erle­ichterte.
Schlussendlich aber durften wir anreisen und nach 3 Coro­nat­ests auch tur­nen.
Es war also alleine die Tat­sache, dass wir mit­turn­ten erfreulich genug, dass der Wet­tkampf dann auch so gut lief, war ein­fach der Wahnsinn.

Ich ging fürs Team am Boden, am Pferd, am Sprung und am Bar­ren an den Start. Wir (Vinzenz Höck, Alexan­der Ben­da, Manuel Arnold, Sev­erin Kran­zlmüller und ich) turn­ten mit einen fast fehler­freien Wet­tkampf 139.226 Punk­te und schafften es, uns für das Team­fi­nale der besten 6 Mannschaften zu qual­i­fizieren!

Im Finale gab es dann, anders als in der Quali keinen Stre­ich­w­ert mehr, sprich 3
Turn­er turn­ten pro Gerät und alle Übun­gen kamen in die Wer­tung. (In der Quali
waren es die besten 3 aus 4 Übun­gen.) Dies erhöhte gemein­sam mit der Tat­sache,
dass es das erste EM-Finale für uns alle war, den Druck und die Ner­vosität enorm.

Ich ging im Finale am Boden, am Pferd und am Sprung an den Start und schaffte es, meine Leis­tung an allen drei Geräten im Ver­gle­ich zu Quali noch zu steigern! Lei­der passierte uns son­st im Team der ein oder andere fol­gen­schwere Fehler und wir mussten uns let­z­tendlich mit dem 6. Platz zufrieden geben.
Nichts­destotrotz das beste Team­ergeb­nis in Öster­re­ichs Turngeschichte.

Am Son­ntag fan­den dann die Geräte­fi­nali statt, bei denen es einen Wahnsinns
Tri­umph für Öster­re­ich gab: Vinzenz Höck gewann an den Rin­gen Sil­ber, und holte
so die erste öster­re­ichis­che EM-Medaille seit über 50 Jahren!
Ich bin extrem froh und stolz Teil dieser his­torischen Europameis­ter­schaft gewe­sen
zu sein!
Ich habe jede Sekunde in der Wet­tkampfhalle in vollen Zügen genossen und freue
mich schon irrsin­nig auf mein näch­stes Großereig­nis!